Einzelhandelskonzept für die Stadt Ahaus
Als Folge des
Strukturwandels im Einzelhandel bevorzugen bestimmte Betriebsformen des Einzelhandels nach wie vor
Standorte in städtebaulich nicht integrierten Lagen. Dies gilt nicht nur für Lebensmitteldiscounter, sondern in
den letzten Jahren zunehmend auch für andere Discounter und Fachmärkte.
Diesen betrieblichen Standortpräferenzen stehen
städtebauliche Zielvorstellungen gegenüber, die nicht immer mit
den Vorstellungen des Einzelhandels in Einklang zu bringen sind.
Nach den Zielvorstellungen der Stadt sollen
Einzelhandelsbetriebe
- die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs sowie
- die Funktion und Attraktivität der Innenstadt als Handels- und Versorgungszentrum
nachhaltig stärken. Der letztgenannten Funktion wird der innerstädtische Einzelhandel nur teilweise gerecht:
- Im Hauptgeschäftsbereich der Ahauser Innenstadt ist der Einzelhandel mit 16 % der Gesamtverkaufsfläche im Vergleich zum gesamtstädtischen Angebot unter quantitativen Gesichtspunkten deutlich unterrepräsentiert. In vergleichbaren Mittelstädten werden i. d. R. Innenstadtanteile (Verkaufsfläche) um 30 % bis max. 50 % erreicht.
- Auffallend ist der geringe prozentuale Anteil innenstadttypischer Sortimente wie Spielwaren/Hobby/Basteln, Hausrat/Glas/Porzellan, Sport- und Freizeitbedarf oder Medien im Verhältnis zum gesamten Warengruppenbestand.
- In den weiteren innenstadttypischen Warengruppen wie Bekleidung, Schuhe/Lederwaren usw. stellt sich die Situation zwar besser dar, trotzdem sind die hier feststellbaren innerstädtischen Verkaufsflächenanteile im Verhältnis vergleichbarer Städte eher gering einzuschätzen.
- Auf der Nachfrageseite verzeichnet Ahaus in den Leitsortimenten des innerstädtischen Einzelhandels (z. B. Bekleidung / Wäsche) Kaufkraftbindungsquoten von z. T. deutlich unter 70 %.
Als ein Grund für die Schwäche des innerstädtischen Einzelhandels sind die innenstadtrelevanten Einzelhandelsbetriebe an
Standorten außerhalb der Innenstadt zu nennen, z. B. Intersport und Mega Company am Adenauerring, Deichmann, Takko, Tedi
und KiK an der Coesfelder Straße sowie Kinderland an der Industriestraße. Die Ansiedlung weiterer innenstadtrelevanter
Einzelhandelsbetriebe außerhalb der Innenstadt erschwert nicht nur die Ansiedlung entsprechender Einzelhandelsbetriebe
in der Innenstadt, sondern gefährdet möglicherweise auch die Existenz bestehender Betriebe, was in letzter Konsequenz
zur Abwertung gesamter Einzelhandelslagen, sog. Trading Down Effekte, führen kann, wie sie im Bereich
Coesfelder Straße / Wallstraße ansatzweise bereits zu beobachten sind.
Einzelhandelsgroßprojekte in den Nachbargemeinden setzen darüber hinaus die Innenstadt weiter unter Druck.
Das
Einzelhandelskonzept (Download PDF-Datei, 3,7 MB) soll dazu beitragen,
diesen, auf den ersten Blick nicht lösbaren Konflikt zwischen betrieblichen und städtebaulichen Standortanforderungen
zu bewältigen und unter Berücksichtigung der rechtlichen, demografischen und städtebaulichen Rahmenbedingungen als
auch der betrieblichen Standortanforderungen
Strategien zu einer städtebaulich verträglichen Einzelhandelsentwicklung
aufzeigen.
Ein Baustein zur Sicherung einer städtebaulich verträglichen Einzelhandelsentwicklung ist das dem Einzelhandelskonzept
zu Grunde liegende Konzept zur Einzelhandels- und Zentrenstruktur in Ahaus. Ein weiterer Baustein, insbesondere zur
Feinsteuerung des Einzelhandels, stellt die auf die örtlichen Verhältnisse zugeschnittene
Ahauser Sortimentsliste
(Download PDF-Datei, 42 KB) dar.
Das Einzelhandelskonzept ist in Zusammenarbeit mit dem Büro Junker und Kruse, Dortmund entstanden. Informationen
über das Büro erhalten Sie unter
www.junker-kruse.de.
Der Rat der Stadt hat das Einzelhandelskonzept am 24. August 2006 beschlossen.
Allgemeine Informationen zur Ansiedlung von Einzelhandelvorhaben enthält der
Einzelhandelserlass NRW.
Ansprechpartner zum Einzelhandelskonzept
Name |
Telefon |
E-Mail |
| Walter Fleige |
(0 25 61) 72 430 |
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